Hinterer Kreuzbandriss / Hinterer Kreuzbandersatz
(HKB-Ruptur / HKB-Ersatzplastik)
Der Riss des hinteren Kreuzbandes ist deutlich seltener als der Riss des vorderen Kreuzbandes, zudem kann die Funktion des hinteren Kreuzbandes oftmals muskulär besser kompensiert werden als die des vorderen Kreuzbandes.
Daher raten wir bei dieser Verletzung zunächst zu einem sehr differenzierten, nicht-operativen Vorgehen, bestehend aus der Anlage einer Schiene, Limitierung des Bewegungsumfanges und physiotherapeutischer Wiederherstellung der Gelenkfunktion.
Eine operative Therapie wird notwendig, wenn es dennoch zur Instabilität des Gelenkes kommt.
Wie bei der vorderen Kreuzbandplastik ist das Ziel der hinteren Kreuzbandplastik die anatomische Rekonstruktion des Bandes durch körpereigene Sehne. Wir verwenden zwei Sehnen aus dem hinteren Oberschenkel. Zur Entnahme muss ein kleiner Hautschnitt erfolgen. Bohrkanäle werden in den Knochen in anatomischer Position des hinteren Kreuzbandes eingebracht und in diese das Sehnentransplantat eingezogen. Zur Fixation dienen ein Fadensystem und eine Schraube.
Nach der Operation muss das Knie bis zur gesicherten Einheilung des Transplantats für ca. drei Monate in einer Schiene gelagert und die Belastung reduziert werden. Es erfolgt dann ein stufenweiser Belastungsaufbau, der individuell angepasst wird.