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Vorderer Kreuzbandriss / Vorderer Kreuzbandersatz 
(VKB-Ruptur / VKB-Ersatzplastik)

 

Im Zentrum des Kniegelenkes liegen die Kreuzbänder. Es gibt ein vorderes und ein hinteres Kreuzband. Sie bilden im Zusammenspiel einen wichtigen Stabilisationsmechanismus des Kniegelenkes. 

Im Rahmen von (Sport-)Verletzungen kann es zu einem Kreuzbandriss kommen. Meist ist hierbei das vordere Kreuzband betroffen. Ein gerissenes Kreuzband verheilt nicht spontan. Nicht jeder Mensch benötigt aber ein intaktes Kreuzband, es kommt wesentlich auf die sportlichen und beruflichen Ansprüche der Patientin oder des Patienten an sein Kniegelenk an. Sollten die alltäglichen Belastungen und die gewünschten sportlichen Aktivitäten problemlos und ohne Instabilitätsgefühl durchführbar sein, so ist ein Kreuzbandersatz nicht zwingend notwendig.

Durch gezieltes Aufbautraining der Muskulatur kann versucht werden, dass Kniegelenk zu stabilisieren. Vorübergehend können auch Schienen (Orthesen) angewendet werden. Durch sportartspezifisches Training kann dann der Wiedereinstieg in den Sport gelingen. 

Sollte sich das Gelenk jedoch nicht stabil anfühlen oder wegknicken („giving-way“), dann sollte eine Operation erfolgen, um das Risiko weiterer Schädigungen (z.B. Meniskus- oder Knorpelschäden) zu verringern und die Sportfähigkeit wieder zu erlangen. 

Die vordere Kreuzbandplastik wird größtenteils minimal-invasiv (arthroskopisch) durchgeführt. Ziel ist es, das gerissene Kreuzband durch eine körpereigene Sehne zu ersetzen. Dafür bieten sich die Semitendinosussehne aus dem hinteren Oberschenkel, die Quadricepssehne aus dem vorderen Oberschenkel und die Patellasehne unterhalb der Kniescheibe als Transplantat an. Wir entscheiden individuell für jede Patientin oder jeden Patienten, welche Sehne zum Einsatz kommt (patientenadaptierte Kreuzbandplastik). Der optimale Operationszeitpunkt für eine Kreuzbandplastik besteht entweder direkt (innerhalb von 24 Stunden) nach dem Unfall, oder nach Abklingen der ersten Entzündungs-/Schwellungsphase, also nach ca. 4-6 Wochen. Eine Operation im Intervall dazwischen birgt ein erhöhtes Risiko für eine Gelenksteife. 

Das gerissene Kreuzband wird entfernt und an dessen Stelle die entnommene Sehne eingezogen (anatomische Kreuzbandrekonstruktion). In einzelnen, speziellen Fällen kann versucht werden, dass gerissene Kreuzband zu erhalten und eine Vernarbung zu erzielen („healing response“). 

Bei einer Kreuzbandverletzung kommt es oftmals zur Mitverletzung anderer Strukturen (Kapsel, Bänder und Menisken). Für ein gutes Operationsergebnis ist es wichtig, diese Strukturen mit zu versorgen. 

In der Regel wird empfohlen, in den ersten 6 Wochen nach der Operation das Knie nicht voll zu belasten und es wird eine bewegliche Schiene angepasst, damit das Kreuzband sicher einheilen kann. Danach schließt sich der Belastungsaufbau an. Leichte sportliche Aktivität kann meist nach ca. 3 Monaten begonnen werden. Kontaktsport kann nach ca. 6-9 Monaten wieder aufgenommen werden.

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