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Achillessehnenreizung (Tendinose der Achillessehne / Achillessehnendebridement)

 

Die Tendinose ist die häufigste Erkrankung der Achillessehne. Typischerweise äußert sie sich in einer Schwellung der Sehne, einem morgendlichen Anlaufschmerz und Schmerzen bei Belastung. Es liegt ein degenerativer Prozess in der Achillessehne vor. Aufgrund der schlechten Durchblutung von Sehnengewebe finden Reparaturprozesse nur sehr langsam oder gar nicht statt, so dass sich Degenerationen des Sehnengewebes entwickeln können. Ursächlich kommen Stoffwechselstörungen (z.B. Harnsäureerhöhung) oder Medikamenteneinnahme (einige Antibiotika) in Betracht. Auch äußere Faktoren können zu einer Tendinose führen, dazu gehört u.a. die Schuhwahl. Häufig finden sich Achillessehnenreizungen bei Sportlern, die ihr Trainingspensum gesteigert oder das Schuhwerk gewechselt haben.

Die Therapie erfolgt zunächst ohne Operation und sollte sich nach den Ursachen der Beschwerden richten. Eine Laufanalyse kann z.B. Gangbildstörungen aufdecken. Ein Wechsel der (Sport-)Schuhe oder eine Einlagenversorgung könnte dann hilfreich sein. Antientzündliche Medikamente können den Schmerz reduzieren, den degenerativen Prozess aber nicht stoppen. Durch Physiotherapie und eigenständiges Muskeltraining können die Ernährungssituation der Sehne verbessert und muskuläre Ungleichgewichte korrigiert werden. Vorsicht ist geboten bei Spritzentherapie an die Sehne, insbesondere Cortison sollte vermieden werden. Ist die konservative Therapie erfolglos, kann eine Operation erfolgen. 

Beim Debridement der Achillesehne wird zunächst das gereizte Gleitgewebe entfernt, anschließend wird die Achillessehne entlang des Faserverlaufes gespalten und das degenerativ veränderte Gewebe aus der Sehne ausgeschält, bis nur noch eine normale Faserstruktur übrigbleibt. Je nach Größe der so entstandenen Defektzone wird die Sehne entweder durch eine Naht verschlossen, oder es bedarf einer Verstärkung der Sehne. 

Nach der Operation muss der Patient einen niedrigen Achillessehnenschuh für ca. 4-6 Wochen tragen, damit die Sehne verheilen kann. Nach ca. drei Monaten kann mit leichtem, sportartspezifischem Training begonnen werden.

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